Die integrierte Internationalisierungs- und Forschungsstrategie der Hochschule Ludwigshafen

1. Hochschulrelevante Entwicklungen

Hochschulrelevante Entwicklungen
Hochschulrelevante Entwicklungen

Die Hochschule Ludwigshafen am Rhein steht wie alle Hochschulen in einem hochschulpolitisch gewollten und forcierten Wettbewerb um Studienanfängerinnen und -anfänger, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und um private Mittel. Auch wenn die Hochschule ihr Haupteinzugsgebiet in der Metropolregion Rhein-Neckar hat, findet dieser Wettbewerb im nationalen und zunehmend internationalen Rahmen statt. Gleichzeitig wird die Finanzierung durch die öffentliche Hand im Rahmen der regulären Haushalte nicht ausreichend den gestiegenen und weiter steigenden Studierendenzahlen angepasst. Statt dessen wird durch Sondermittel, wie z.B. durch den Hochschulpakt, auf die Entwicklung reagiert, was unter anderem zur Folge hat, dass eine auch nur mittelfristige Finanzplanung deutlich erschwert wird. Gleichwohl hat die Hochschule als eine der ersten in Rheinland-Pfalz die Zielvorgaben im Rahmen des Hochschulpakts deutlich übererfüllt. Die durch den Bolognaprozess angestoßene Entwicklung der Hochschulen wird auch in Zukunft große Herausforderungen an die Hochschulen stellen.

Herausforderung inomings – outgoings
Herausforderung incomings – outgoings

Die erste Stufe der Modularisierung der Studiengänge und der Umstellung auf ein zweistufiges System von Bachelor- und Masterabschlüssen hat die Hochschule Ludwigshafen am Rhein als erste in Rheinland-Pfalz abgeschlossen. Die ersten modularisierten Studiengänge wurden bereits schon wieder erfolgreich reakkreditiert. Im Rahmen der Stufen zwei und drei steht die Hochschule Ludwigshafen nun vor der Aufgabe, die Verknüpfung von Forschung und Lehre weiterzuentwickeln und nach außen zu dokumentieren sowie in Kooperation mit anderen in- und ausländischen Hochschulen Programme für die Förderung für PhD-Studierende zu entwickeln und zu implementieren.

Auf nationaler Ebene ist dabei die dramatische demographische Entwicklung zu beachten. Prognosen gehen davon aus, dass die Studierendenzahlen sowohl bundesweit als auch auf Landesebene bis zum Jahr 2014 deutlich steigen und nach dem Jahr 2020 stark fallen werden. Dabei ist in Rheinland-Pfalz die Zahl der Studierenden bereits in den letzten Jahren besonders an Fachhochschulen kontinuierlich gewachsen. Um auf die sich abzeichnende Entwicklung vorbereitet zu sein, haben Bund und Länder den gemeinsamen „Hochschulpakt 2020“ beschlossen, in dessen Rahmen es zu einer Erweiterung des Studienangebots und zu einer starken Nachfrageerhöhung an der Hochschule Ludwigshafen kommen wird. Die mittel- und langfristige Entwicklung der Studierendenzahlen ist allerdings nur teilweise von demographischen Faktoren abhängig. Neben den Effekten aus den geburtenstarken Jahrgängen und den doppelten Abiturientenjahrgängen infolge der Schulzeitverkürzung spielt die zunehmende Bereitschaft, ein Studium aufzunehmen, eine wichtige Rolle.

Diese nachfragefördernden Effekte werden durch eine vermehrte Durchlässigkeit der Systeme der akademischen Aus- und Weiterbildung infolge von Reformen der Hochschulzulassung verstärkt. Demgemäß erweitert sich der Kreis der Zielgruppen der Hochschule, was verstärkte Anforderungen an Studienbedingungen und Studierbarkeit nach sich zieht.

Zielländer der outgoings der Hochschule Ludwigshafen
Zielländer der outgoings der Hochschule Ludwigshafen

Weitere Faktoren, die sich auch auf die langfristige Entwicklung der Studierendenzahlen auswirken, liegen zum Beispiel in der Notwendigkeit und gleichzeitigen sozialen Erwünschtheit der Akademisierung der Ausbildung sogenannter „Semiprofessionen“, z.B. im Bereich der Pflege, Gesundheit und Elementarpädagogik. Diese Akademisierungsbestrebungen bringen Optionen für neue Studienangebote und neue Zielgruppen mit sich. Zudem ist zu erwarten, dass durch eine längere Lebensarbeitszeit die Bedeutung lebenslangen Lernens zunehmen wird, welche die Nachfrage nach akademischer Weiterbildung steigern wird. Infolge der demographischen Entwicklung zeichnet sich vor allem ein steigender Bedarf an Dienstleistungen im Gesundheitssektor ab. Dies betrifft insbesondere die ambulante und stationäre pflegerische Versorgung hochaltriger Menschen, insbesondere solcher mit dementiellen Erkrankungen.

2. Dimensionen der Forschungsstrategie

Kerndimensionen der Forschungsstrategie der HS Ludwigshafen
Kerndimensionen der Forschungsstrategie der Hochschule Ludwigshafen

Für die Hochschule Ludwigshafen ist nunmehr der dritte Zyklus des Bologna-Prozesses – Verbindung des europäischen Hochschulraums und des europäischen Forschungsraums im Rahmen von Doktoratsprogrammen – von großer Bedeutung. In diesem Zyklus wird eigenständige Forschung in zweierlei Form erwartet: Allgemein bedeutet dies, dass in der angewandten Forschung theoretisches Wissen unterschiedlicher Herkunft dazu verwendet wird, konkrete Probleme der Realität mittels interessanter und nützlicher Hypothesen zu erklären, zu prognostizieren und gegebenenfalls zu beeinflussen bzw. empirisch zu überprüfen.

Grundlagenforschung hingegen entwickelt Theorien, um das vorhandene theoretische Wissen zu erweitern; sie ist damit die Basis der angewandten Forschung (Raab, Unger & Unger 2008). Die Erkenntnisse angewandter Wissenschaften werden dann zwecks Lösung realer Probleme  in die Praxis – unter Einbezug unternehmerischer Erfahrung – transferiert (Praxis- bzw. Theorietransfer).

3. Forschung als Treiber der Internationalisierung

Dimensionen der Internationalisierungsstragie der Hochschule Ludwigshafen
Dimensionen der Internationalisierungsstragie der Hochschule Ludwigshafen

Ausländische Studierende prägen den Geist einer Hochschule, das Miteinander und bereichern das akademische Leben. Dabei wird die Anwesenheit ausländischer Studierender nicht als „notwendiges Übel“ betrachtet, um mit deren Anzahl die daraus resultierende Höhe eventueller Drittmittel zu forcieren. Die Anwesenheit ausländischer Studierender ist ein Vertrauensbeweis in unser Ausbildungssystem und dessen Qualität. Eine rückläufige Studienerfolgsquote dieser Klientel fordert bessere fachliche und soziale Betreuung und nicht die Genugtuung, dass die Anforderungen der Studienprogramme für Personen, die in anderen Bildungssystemen groß geworden sind, nicht bewältigbar sind. Die Leistungsbereitschaft ausländischer Studierender steigt mit dem Bewusstsein, an einer Hochschule willkommen und gut aufgehoben zu sein. Die Qualität ausländischer Studienbewerber/innen wird im Vorfeld durch einen aussagekräftigen Studierfähigkeitstest überprüft. Veranstaltungen zur Sprachvorbereitung bzw. zur fachlichen Vorbereitung potentieller ausländischer Studierender sollten ein fester Bestandteil des Betreuungskonzeptes sein.

Die Fachbereiche unterstützen die ausländischen Studierenden durch studien- und prüfungsbegleitende Maßnahmen dabei, ihr Studium erfolgreich zu absolvieren. Die internationale Attraktivität der Lehre an der Hochschule Ludwigshafen wird durch ein ausgewogenes und regelmäßiges Lehrangebot in Englisch auf Bachelor- und Masterebene sichergestellt.

Die Forschungsbemühungen der Hochschule Ludwigshafen sind eingebettet in ihre Internationalisierungsstrategie. Dies geschieht zum einen in Gestalt der Nutzung der aller Forschungsprojekte unserer Hochschule zur Bildung eines sichtbaren Profils im internationalen Raum; zum anderen werden konkrete Forschungskooperationen mit ausländischen Partnerhochschulen durchgeführt.

Das Strategieprofil bringt klar zum Ausdruck, dass die konsequente Lenkung von Ressourcen in Richtung der Erzeugung von Synergien zwischen den Bereichen „Internationales“ und „Forschung“ im Vordergrund steht: Hochschulweite Forschungsprojekte stellen hervorragende Kooperationsansätze mit anspruchsvollen Partnerhochschulen im Ausland dar. Konkret bedeutet dies die Internationalisierung der Forschung sowie die Etablierung der Forschung als Instrument der Internationalisierung einer Hochschule.

Kontakt

Kerstin Gallenstein, MA

Frau Kerstin Gallenstein

Leiterin Bereich Internationale Angelegenheiten
Erasmus Koordinatorin


Ernst-Boehe-Straße 4
D-67059 Ludwigshafen

A 210

+49 (0) 621/5203-187

kerstin.gallenstein@remove-this.hs-lu.de

Prof. Dr. Andreas Gissel, Vizepräsident für Internationales

Prof. Dr. Andreas Gissel
Vizepräsident für Internationale Angelegenheiten

andreas.gissel@remove-this.hs-lu.de