Neu berufener Professor Dr. Stefan Lacher im Gepräch mit der Hochschulkommunikation

Seit Beginn des Sommersemesters 2018 lehrt und forscht Prof. Dr. Stefan Lacher als Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Internationales Management am Fachbereich Management, Controlling, HealthCare der Hochschule Ludwigshafen. Dabei konzentriert er sich neben Allgemeiner Betriebswirtschaftslehre und Internationalem Management auch auf die Themen Strategisches Management, Innovationsmanagement und Business Development.

Der Hochschule Ludwigshafen ist Stefan Lacher seit vielen Jahren eng verbunden – als Student im Studiengang „International Management and Controlling“, Alumnus und Lehrbeauftragter. Vor seinem Amtsantritt war Lacher siebzehn Jahre bei SAP tätig, ab 2008 als Executive Director for Head of Architecture & Innovation Services bei SAP SE, ab 2011 dann als Head of Sponsorship Innovations bei SAP Global Marketing.

Heute stellt sich Prof. Dr. Stefan Lacher anhand der Fragen von Nadine Lüttgen, studentische Mitarbeiterin der Hochschulkommunikation, näher vor:

Nadine Lüttgen: Sie haben zu Beginn Ihrer Karriere eine Bankausbildung gemacht. Was hat Sie dazu bewogen, sich anschließend für ein Studium an der Hochschule Ludwigshafen einzuschreiben?

Prof. Dr. Stefan Lacher: Mir hat die Ausbildung bei der Bank wirklich sehr viel Spaß gemacht und noch wichtiger war für mich, dass ich nach der Schule endlich mal gesehen habe, wie man erlerntes theoretisches Wissen auch wirklich in der Praxis anwenden kann. Mit dieser neuen Motivation wollte ich dann allerdings mehr im Leben erreichen und habe mich deshalb für ein Studium entschieden.

Nach den Erfahrungen der Ausbildung wollte ich mein Studium unbedingt praxisnah an einer Fachhochschule absolvieren. Die Hochschule Ludwigshafen habe ich mir sehr bewusst ausgesucht, da ich die internationale Ausrichtung mit dem Pflichtauslandssemester sehr spannend fand. Zudem ist das Rhein-Neckar-Dreieck eine wirtschaftlich und kulturell starke Region, die einem viele Chancen bietet. 

Wenn Sie Ihr eigenes Studium in drei Worten beschreiben müssten, welche würden Sie wählen?

„Lebenserfahrung“ – Denn es hieß im Studium ja, das erste Mal wirklich auf „eigenen Beinen zu stehen“ und die Entscheidungen für das eigene Leben komplett selbstständig zu treffen.

„Lernen“ – Im Vergleich zur Schule musste man im Studium auf einmal noch erheblich mehr lernen. Auch ich habe damals natürlich den typischen Fehler begangen, im Semester kaum zu lernen und mir alles in den wenigen Tagen vor der Klausur reinzupauken.

„Freundschaft“ – Das Studium war in vielen Aspekten eine intensive Zeit, die ich mit tollen Weggefährten teilen durfte. Noch heute habe ich sehr enge Freunde aus dieser Zeit sowie ein breites Netzwerk an Kontakten.

Erinnern Sie sich an eine interessante Anekdote aus Ihrer eigenen Studienzeit?

Aus dem Studium wird mich sicherlich eine Unmenge an lustigen und spannenden Erfahrungen durch mein Leben begleiten. Einige davon eignen sich definitiv auch nicht zur Veröffentlichung. :)

Eine ganz besondere Zeit für mich war das Auslandssemester an der Deakin University in Australien. Wir sind damals im Februar für die Welcome-Week ins Auslandssemester gestartet und waren vorher noch über einen AStA-Ausflug zum Skifahren in Österreich. Somit habe ich es tatsächlich geschafft, dass ich innerhalb von nur einer Woche durch mein Studium beim Snowboarden in Österreich und beim Surfen in Australien war.

Sie waren bereits 2006-2008 als Lehrbeauftragter an der Hochschule Ludwigshafen aktiv, während Sie bereits bei SAP gearbeitet haben. Was hat Sie zu diesem Schritt motiviert und was hat Ihnen diese Zeit insbesondere gelehrt?

Ehrlich gesagt kam das damals eher ungeplant. Ich bekam eine Mail von Frau Prof. Dr. Häusler, auch damals Dekanin unseres Fachbereichs, ob ich kurzfristig als Lehrbeauftragter einspringen könnte, da krankheitsbedingt ein Engpass aufgetreten war. Ich wollte der Hochschule gerne etwas zurückgeben und habe spontan zugesagt. Gelernt habe ich damals, dass es eine sehr erfüllende Aufgabe sein kann, jungen Menschen etwas für ihr Leben mitzugeben. Dadurch entstand in mir dann auch der Wunsch, den Berufsweg als Professor an einer Hochschule einzuschlagen.

Seit diesem Semester sind Sie wieder an der Hochschule Ludwigshafen. Wieso haben Sie sich für diesen neuen Karriereabschnitt entschieden?

Ich durfte in den vergangenen 17 Jahren bei SAP viele spannende Aufgaben wahrnehmen. Begonnen habe ich als Student im globalen Marketing, dann folgten Diplomarbeit und Promotionsprogramm bei SAP Research. Von dort wechselte ich als Assistent zu einem Entwicklungsleiter und übernahm viele unterschiedliche und interessante Projekte. Meine letzte Station war dann die Neuausrichtung des globalen Sponsorings der SAP durch Technologieaktivitäten. Dies erfolgte erst als strategisches Projekt direkt unter dem damaligen Co-CEO Jim Hagemann Snabe und anschließend mit einem eigenen Team im globalen Marketing. Ich durfte somit den kompletten Innovationsprozess im Detail kennenlernen und war bei den Innovationen im Sponsoring auch von der ersten Idee über die Entwicklung bis hin zum Betrieb bei Veranstaltungen verantwortlich.

Ich konnte während der langen Zeit bei SAP sehr viele Praxiserfahrungen sammeln und möchte diese nun in Kombination mit dem theoretischen Wissen an die Studierenden der Hochschule Ludwigshafen weitergeben. Zudem wurde ich eingeladen, mich in Projekten des Instituts für Management und Innovation (IMI) der Hochschule zu beteiligen, wodurch ich weiterhin den Unternehmensbezug aufrechterhalten und neue Erfahrungen sammeln kann.

Was reizt Sie am Lehren gegenüber der Arbeit im Unternehmen? Welche Dinge machen Ihnen hierbei besonders Spaß und welche Dinge vermissen Sie aus der Praxis?

Wie bereits erwähnt, konnte ich im Unternehmen viele praktische Erfahrungen sammeln. Leider blieb die Erweiterung meines Wissens aufgrund des hohen Einsatzes oft auf der Strecke. Diesen Freiraum, mich in theoretisches Wissen einzuarbeiten, gegebenenfalls durch eigene Forschung zu verbessern oder zu ergänzen und dann über die Lehre weiterzugeben, reizt mich doch sehr an der neuen Aufgabe.

Darüber hinaus macht mir die Interaktion mit den Studierenden besonderen Spaß. Ich denke als Hochschullehrer müssen wir aufgrund der Digitalisierung in den kommenden Jahren einen Wandel vom reinen Wissensvermittler hin zu einer Art Bildungscoach schaffen. Denn in vielen Bereichen werden Maschinen dank künstlicher Intelligenz bald erheblich besser sein als der Mensch. Wir werden uns dann durch Dinge wie Werte, Überzeugungen, unabhängiges Denken, Teamwork und Achtung für andere abheben und müssen Studierenden die entsprechenden Fähigkeiten dazu vermitteln.

Was würden Sie den Studierenden als Tipp mit auf den Weg geben?

Nach meinen Erfahrungen hat die Hochschule Ludwigshafen und deren Absolventinnen und Absolventen einen hervorragenden Ruf bei den Unternehmen der Region sowie darüber hinaus. Wenn sich die Studierenden also zu Höchstleistungen motivieren können, sind ihrem beruflichen Erfolg (mit dem nötigen Quäntchen Glück) eigentlich keine Grenzen gesetzt. Zur Motivation im Studium gehört sicherlich auch, dass man neue Freunde findet und gelegentlich zusammen feiert. Somit baut man sich erste Komponenten seines zukünftigen sozialen Netzwerks auf.

Zudem würde ich allen Studierenden empfehlen, die internationalen Aspekte des Studiums bestmöglich zu nutzen. Dies bedeutet, Sprachen zu lernen und Zeit mit den Austauschstudierenden zu verbringen. Noch wichtiger wäre allerdings, möglichst selbst durch Auslandspraktika oder Auslandssemester das Leben in einem anderen Umfeld und einer anderen Kultur kennenzulernen.

Vielen Dank für Ihre Zeit, Professor Dr. Lacher!

Prof. Dr. Werner Gladen

Frau Prof. Dr. Eveline Häusler

Dekanin

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Kuhn

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