24.09.2011: Internationale Konferenz „Methoden der ästhetischen Intervention in der Sozialen Arbeit“ an der IEML in Kazan

Internationale Konferenz „Methoden der ästhetischen Intervention in der Sozialen Arbeit“ an der IEML in Kazan

Vom 20. September bis 24. September fand an der IEML in Kazan die russisch-deutsche Konferenz „Methoden der ästhetischen Intervention in der Sozialen Arbeit“ statt. Die Konferenz war auf deutscher Seite mit Mitteln der DFG, auf russischer Seite mit Mitteln der RGNF (Russische Stiftung für Geistes- und Sozialwissenschaften) gefördert worden.
Neben der Deutschen Delegation aus Ludwigshafen und Freiburg, Herrn Prof. Dr. Wolfgang Krieger (Delegationsleitung), Frau Prof. Dr. Annegret Lorenz, Frau Antje Reinhard, Frau Dr. Ellen Bareis, Frau Kerstin Herzog und Frau Dr. Annette Franke, nahmen zahlreiche KollegInnen der IEML und anderer Hochschulen in Kazan, aber auch namhafte Fachleute aus Moskau, St. Petersburg und anderen russischen Städten an der Konferenz teil. Die Konferenz wurde von der Dekanin des Fachbereichs Frau Prof. Dr. Dania Achmetova zusammen mit Herrn Prof. Dr. Krieger geleitet.

Die Konferenz war am 6. Juli durch ein Webinar vorbereitet worden, bei welchem das deutsche und das russische Organisationskomitee die Programmplanung, die Aufenthaltsanliegen der deutschen TeilnehmerInnen und die Herausgabe der Konferenzschrift besprochen hatten.

Das Konferenzprogramm umfasste neben Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops (master classes) auch den Besuch einiger sozialer Einrichtungen der Arbeit mit Kindern, mit Behinderten und alten Menschen und den Besuch eines Gefängnisses für männliche erstmalige Gewaltdelinquente. Ziel dieser Besuche war es, die ästhetischen Interventionsformen der PraktikerInnen kennenzulernen und mit ihnen ihre Zielsetzungen, ihr methodisches Vorgehen und die Probleme ihrer Arbeit zu diskutieren. Die deutsche Delegation war durchweg sehr beeindruckt von den modernen Arbeitsformen, der hohen Engagiertheit und methodischen Reflektiertheit der Praktikerinnen und ihrem Interesse an Weiterbildung. Zu wünschen wäre vielen Praxisstellen, dass ihre materielle Ausstattung den Qualifikationen ihrer MitarbeitInnen besser entsprechen würde und so auch ein stärker differenzielles Arbeiten erlauben würde.

Die einleitenden Vorträge am ersten Konferenztag umrissen zunächst das methodische Spektrum ästhetischer Interventionen und zeigten die Hintergrundstheorien des methodischen Arbeitens in Russland und Deutschland auf. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Ausbildungsanteilen und -formen mit ästhetisch-methodischem Akzent in den Studiengängen im Sozialen Bereich. Der zweite Konferenztag legte sein thematisches Gewicht dann stärker auf methodische Fragen und arbeitsfeldspezifische Anliegen und erlaubte den TeilnehmerInnen den Besuch von jeweils zwei bis drei praktischen Workshops. Die Konferenz konnte mit insgesamt zehn Workshops den Teilnehmerinnen ein recht attraktives Angebot offerieren. Besonders dankbar wurden die deutschen und russischen „Masterklassen“ von den PraktikerInnen aufgenommen.
Die Vorträge und Diskussionen machten deutlich, dass sich hinsichtlich der Ziele ästhetischer Interventionen und der Arbeitsfelder, in welchen ästhetische Methoden im wesentlichen eingesetzt werden, zwischen Russland und Deutschland ein hohes Maß der Übereinstimmung findet. Im Dialog mit der Praxis ist in Russland offenbar ein ähnlich weites Spektrum des ästhetischen Arbeitens im sozialen Bereich entstanden wie in Deutschland. Lediglich im Bereich der ästhetischen Arbeitens im öffentlichen Raum lassen sich noch deutliche Unterschiede feststellen.
Hinsichtlich der Integration theoretischer Fundamente (ästhetische Theorie, postmoderne Ästhetik, wahrnehmungs- und ausdruckspsychologische Theorien etc.) zeigten sich hingegen nicht unerhebliche Differenzen, die aber angesichts der verschiedenen wissenschaftshistorischen Hintergründe erklärbar sind. Obschon die im Westen präferierten Theorien im Ansatz bekannt sind, werden sie offenbar in Russland doch noch wenig in die methodische Arbeit integriert. Andererseits wurde an den vorgestellten russischen Praxisbeispielen auch das Defizit an gemeinschaftsfördernden Methoden in der deutschen Sozialen Arbeit deutlich wie auch der Mangel an traditionsfundierten Ritualen und Symbolen. Hier könnte man zweifellos von der russischen Praxis lernen.
Begeistert waren die Delegationsmitglieder von der Herzlichkeit des Umgangs miteinander und der perfekten Organisation der Konferenz, die zum einen vor allem der Umsicht der Dekanin Frau Prof. Dr. Achmetova wie auch der Initiative der Auslandsbeauftragten Frau Liliya Bayanova und dem unermüdlichen Eifer von Frau Lilija Mavlyavieva zu verdanken war, die pausenlos um das Wohlergehen der Gäste bemüht war.

Zum Ende der Konferenz erklärten die Delegationen beider Hochschulen die Absicht, die Themen der Konferenz weiter gemeinsam im internationalen akademischen Austausch zu bearbeiten und in produktiven Arbeitsgruppen auch zusammen mit PraktikerInnen feldspezifische Konzepte für innovative ästhetische Interventionsformen in der Sozialen Arbeit zu entwickeln.

Ilse Page, MA

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