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1606Spektrum21

von Ellen Herzhauser, die ihr Praxissemester im Bache- lorstudium in der Wohnungslosenhilfe absolvierte und ihre Bachelorarbeit über wohnungslose Frauen schrieb, waren Anlass, um das Forschungsprojekt diesem Thema zu widmen. Die Lehrforschung erstreckte sich zwischen dem Sommersemester 2014 und dem Sommersemester 2015 für die Dauer von etwa einem Jahr und hatte als Hauptgegenstand Interviews mit betroffenen jungen Er- wachsenen und Experten der Sozialen Arbeit. Ziel war es, zum einen herauszufinden, wie sich Jugendliche und junge Erwachsene, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind, im sozialen Raum Ludwigshafen bewegen. Zum anderen sollte die Angebotsstruktur der Stadt im Bereich der Sozialen Arbeit genauer untersucht werden. Der empirische Teil des Forschungsprojekts bestand also aus der Durchführung von Interviews. Dazu teilte sich die Lehrforschungsgruppe in zwei thematische Unter- gruppen auf: auf der einen Seite die Expertengruppe, auf der anderen Seite die Betroffenengruppe, die jeweils aus zwei forschenden Studierenden bestanden. Der leitende Gedanke hierbei war, dass beide Perspektiven zu Wort kommen können und sich so ein umfassender Blick auf die Problematik junger wohnungsloser Menschen eröffnet. Die Interviews mit den Experten erschlossen sich einmal über einen Sozialarbeiter aus dem Themengebiet, den die Studierenden schon vor Durchführung des Forschungs- projekts als Gast in einer Veranstaltung der Hochschule kennengelernt hatten. Dieser erklärte sich direkt bereit, an weiteren Kooperationen mitzuwirken und sich für die Thematik einzusetzen. Den Kontakt zu dem zweiten Experten, ebenfalls Sozialarbeiter aus diesem Arbeitsfeld, ergab sich über eine Dozentin der Hochschule, die bei einem Netzwerktreffen von dem Forschungsprojekt berichtete, woraufhin er sich als Interviewpartner und Experte zur Verfügung stellte. Interviews mit betroffenen jungen Menschen zu führen, gestaltete sich zunächst etwas schwieriger. So ergaben sich auf Grund der Thematik vor allem ethische Fra- gestellungen bezüglich Scham oder Tabuisierung von Themen wie Wohnungslosigkeit und deren Folgeprob- leme. Es stellte sich die Frage, wie der Zugang zu dieser Personengruppe am besten gestaltet werden könne, ohne persönliche Grenzen zu übertreten oder die be- treffende Person zu schädigen. Über einen der beiden interviewten Experten entstand dann auch der Kontakt zu der ersten jungen betroffenen Frau. Diese erklärte Für einige Jugendliche und junge Erwachsene sind öffentliche Straßen und Plätze der einzig verbleibende Wohnraum.

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